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Sonntag, 9. Oktober 2016

Ein Tag im Spandauer Forst


Am Dienstag nach einem Behördengang überlegte ich ob ich von da aus in den Spandauer Forst fahre oder nicht, aber das Wetter war so einladend, da konnte ich gar nicht nein sagen.
Auch wenn es ein komisches Gefühl war in dem Waldgelände rumzulaufen welches so nah An Saschas Wohung liegt und ich nicht sicher war ob er Frei hat, ob er vielleicht gerade selbst dort rum läuft um Bilder zu machen oder joggen ist...
er soll ja nicht denken ich würde ihn Stalken, aber dieses Waldgebiet ist einfach schön und man kann neben Schwarzwild und Enten auch Rotwild vor die Linse bekommen.
Wie gesagt, es war ein komisches Gefühl in der Magengegend und dachte auf dem Weg dort hin darüber nach, was ist wenn er auf einmal vor mir steht?
Was sagste? Sagst du überhaupt was oder springst in den nächsten Laubhaufen?

Als ich endlich da war, freute ich mich, das um diese Uhrzeit kein Mensch dort unterwegs war, oder die Schweine fütterte. So konnte ich ein paar schöne Fotos machen, ungestört mit normalen Verhalten der Tiere.

Wasserschweinchen

Kleiner süsser Schweine Popo

Bache auf Futtersuche
Gar nicht so einfach ein Tier welches sich in Bewegung ist, scharf einzufangen.
Die Enten waren da etwas kooperativer :)

Erpel ganz stolz

Schnatterinchen nach dem putzen des Gefieders. Schaut ein wenig skeptisch.
Nach den Enten war das das Rotwild dran.
Diese sind halt nicht so verfressen wie die Wildschweine und bleiben eher auf Distanz. Da machte sich meine Tele-Macro ganz gut und auch die Tatsache, dass der Maschendrahtzaun weit genug war, das er beim fotografieren nicht störte.


Immer wieder imposant einen Hirsch zu sehen, aber auch immer wieder traurig das man sie nur noch hinter Zäunen beobachten kann und nicht wirklich in freier Natur, zumindest in Berlin.
Natürlich dienen die Zäune zum schutze des Tiere, aber wenn man gedenkt, welch große Gebiete sie normalerweise in freier Wildbahn haben, ist es traurig und nur bedingt Artgerecht.

Nach dem Rotwild streifte ich weiter durch den Wald, immer noch mit dieser leichten Beklemmung im Brustkorb, aber das Wetter war schön und der Herbst malte in seinen schönsten Farben.

Ich entschied mich Richtung Schienen zu laufen und entlang dieser. Diese Gehören zu einem alten Güterbahnhof, wo Sascha und ich vor einer Weile mal Fotos von sehr alten Wagons machten und von einer alten Lok. Ich hoffte irgendwie das diese noch an Ort und Stelle stehen, da ich damals nur mein handy dabei hatte, aber sie sind wohl schon seit einiger Zeit verschwunden.
Auf dem Weg dort hin fand ich dennoch ein paar schöne Motive.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

Ein Waldelfengebirge

Mooskissen

Karl der Käfer
Bevor ihr fragt, ja Karl der Käfer hat sich mir vorgestellt und es war ein sehr emotionaler Moment.

Je weiter ich an den Schienen entlang lief umso stärker wurde mein Gefühl in der Brust. Dieses Gefühl jemanden zu vermissen...Sascha eben... er fehlt mir sehr, es war 2 Tage vor seinem Geburtstag und ebenso 2 tage vor Pauls Todestag...meinem Besten Freund der in dem Jahr als ich Sascha kennenlernte, genau an Saschas Geburtstag seinem Krebsleiden mit nur 30 Jahren erlag.
Und es mag bescheuert klingen, aber ich bin mir sicher das Paul bevor er starb, bzw sein Geist noch einmal bei mir war und sah das Sascha da ist und wusste ich bin in guten Händen. Und trotzdem... es schmerzt.
Bevor Paul starb hatten wir uns, als er noch sprechen konnte, gestritten und gingen ohne Entschuldigung auseinander. Ich dachte damals er wird den Krebs besiegen und dann kam es eben doch anders, er starb und ich konnte mich nicht entschuldigen, obwohl ich ihn eigentlich noch so viel zu sagen hatte. Und er war mein bester Freund und er fehlt mir bis heute. Es gab so viele Momente die ich gerne mit ihm geteilt hätte, ich hätte ihn auch gerne Sascha vorgestellt und von unseren Urlauben erzählt oder von ihm eine "männliche" Meinung eingeholt.
Aber es ging nicht mehr. Es wird nie wieder gehen.

Und auch das ist einer der Gründe warum es mich so bedrückt und schmerzt das Sascha und ich nicht mehr mit einander reden...also er nicht mit mir... ich habe angst das ihm vielleicht irgendwann mal etwas zustößt und es wieder zu spät sein könnte. Mir könnte auch etwas passieren und er würde es bedauern das man so stur war. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut und man sollte einfach niemals böse auseinander gehen. Eben weil das Leben kürzer sein kann als einen lieb ist.
Und es gibt einfach nicht viel auf der Welt was wirklich unverzeihlich ist.
Mord wäre unverzeihlich oder wenn man merkt das man von Anfang bis Ende nur belogen wurde.

Da dies aber nicht der Fall ist, wäre der Zwist zwischen ihn und mir verzeihlich und ich bin nicht nachtragend. Mir tun mittlerweile Dinge leid, wo ich nicht mal mehr weiß ob sie mir leid tun sollten, aber ich langsam denke, das sie ihn irgendwie gekränkt haben.
Und mehr als mich entschuldigen kann ich nicht.
Ich möchte eigentlich nur wissen, das alles irgendwie "gut" zwischen uns ist und wir eines Tages vielleicht wieder gemeinsam mal ins Kino gehen.

Und dann erreicht man den Übergang und schaut auf einen Weg der unbestimmt ist und nicht weiß was hinter der Kurve ist...


Ich verharrte eine Weile an dieser Stelle. Es erinnerte mich ein bisschen an "Stand by me" und ich erinnerte mich das Sascha hinter der Kurve vor einiger Zeit Porträtfotos gemacht hat. Er wirkte auf den Bildern recht traurig, fast Melodramatisch und Melancholisch.

Ich ging dan weiter in den wald, ließ die schienen hinter mir und...
hab mich verlaufen -_-
Ich brauchte 3 Stunden um aus dem Wald raus zu finden, denn das was ich als Weg wahr nahm, war gar kein Weg. Das viele Laub verwischte seine Spuren...
Also war noch Zeit für ein Selfie...


Als ich dann endlich die Straße wieder fand, stieg ich in den Bus, fuhr bis Rathaus Spandau, kaufte eine Geburtstagskarte für Sascha und schickte sie ab.
Nur weil er nicht mit mir redet, bedeutet es nicht das ich seinen Ehrentag vergesse oder ignoriere.

Warum ich das machte? Weil ich ihn gern habe, weil ich ihn nicht böse bin, weil ihn nie böse sein könnte. Muss niemand verstehen. Ich dachte aber er würde sich vielleicht dafür bedanken. Ein einfaches "Danke"... 5 Buchstaben.

Aber es passierte nichts...was mich sehr traurig macht.



Mehr Fotos wie immer unter Jeany Katze Photography

Freitag, 2. September 2016

Breege auf Rügen 2015


Da ich dieses Jahr wohl nicht mehr zum Urlauben komme nd mich mein fernweh packte, dachte ich beim durchstöbern meiner alten Bilder, diese mit euch zu teilen.

Letztes Jahr ging es spontan mit "Frank" nach Breege auf Rügen.
Es war wirklich spontan, da wir zwar beide unseren Urlaub aufeinander abgestimmt hatten, er aber eigentlich nach Norwegen wollte, aber bei ihm uns seinem Mitbewohner das Finanzielle nicht so im Einklang war. 
Da wir eben nicht in Berlin versauern wollten, schlug ich spontan die Nord bzw. Ostsee vor... was Inseliges...wo man seine Ruhe hat und nicht so super mega Teuer ist.
Somit war die Nordsee gestrichen, weil zu der Zeit gerade Saisonstart war und die Preise einfach mal pervers Überirdisch sind, dafür das man eigentlich nur sein Zelt wo aufstellen mag.
Zudem kam dann noch die Anfahrt. Weder "Frank" noch ich haben Auto bzw Führerschein, also bleiben nur Zug oder Bus... Die meisten Busse (ja ich bevorzuge Busse einfach) fuhren nicht dort hin wo mir der Sinn strebte, oder die hatten so bescheuerte Abreisezeiten, das ich mich fragte "sag mal gehts noch? 3uhr morgens???" jaja Flixbus... ihr solltet das vielleicht mal überdenken.
Nach einer Woche rumsuchen, durchrechnen und anfragen, viel die Wahl auf Breege auf Rügen.
Dort fand ich einen schönen Campingplatz mit super Preisleistungs Verhältnis, im grunde direkt am Meer, ein Bissel im Wald und hinter uns quasi der Breeger Bodden.
Anreise war auch Klasse... 2 mal Regio und ab da an mit dem Bummelbus bis nach Breege Ortsende.
 2 Wochen Urlaub, ach wie wir uns freuten...
Naturlich hab ich mal wieder viel zu viel eingepackt. Zu dem kam noch, das ich letztes Jahr Rücken hatte und eine Normale Isomatte nicht machbar war, also gabs ein Aufblasbares Luftbett was eine gefühlte Tonne wog.
Dazu ein Stromkabel, das Aufblasgerät und so Zeug was man so brauch.

Wir starteten also ziemlich vollgepackt unsere Reise und wie man sieht, wie hatten echt spaß :)
Das Wetter war natürlich bescheiden schön.
Uns erwartete viel viel Regen und nicht besonders warmes Wetter.
Irgendwie schon fast Typisch den dieses Jahr in Schottland standen die Prognosen ja genauso bescheiden schön, hatten aber dennoch glück.
Und so wars es letzt endlich auch auf Rügen.

"Frank" ist nicht so der Unterhaltsamste Reisemensch.
Er redet nicht viel... zum Anfang ja und dann wird er immer stiller, je länger es dauert und man merkt er will einfach nur ankommen. Dazu kommt die müdigkeit, weil er immer so hibbelig ist am Vorabend "gleich gehts lossssssss" und dann kann er nicht schlafen und das merkt man dann auch auf der Reise, wo er jede Minute nutzt um Augengymnastik zu betreiben. Ich hingegen werd immer erst ruhig wenn ich endlich da bin, weil ich will nichts verpassen.
Letztes Jahr hatten wir beide noch keine Soiegelreflex Kameras und die Bilder wurden alle samt über unsere Handys aufgenommen.

Über seinem Galaxy Note 2/3? und meinen HTC One M7.
Man darf die Kameras in den Handys echt nicht unterschätzen.
Und jede Kamera ist eine gute Kamera, denn ohne Kamera hast du kein Foto!


Das war auch noch das lustigste... die Buspläne... eine totale Umstellung wenn man aus Berlin kommt und vor einem Plan steht wo man erstmal ein Tutorial auf Youtube ansehen muss um da durchzusteigen *lach*
Zum Glück hatte "Frank" aber "Öffis" auf seinem Handy und das gilt Deutschlandweit. Somit erwischten wir den richtigen Bus der uns ans Ziel brachte auch wenn wir gut etwas mehr als eine Stunde auf ihn warten mussten...


In Breege angekommen, checkten wir auf dem Campingplatz ein, suchten uns ein schönes Fleckchen und errichteten unser Urlaubsheim.


Geschützt unter Kiefern.
Luxusurlaub auf Camping-Art.
Fettes Luftbett und links-rechts verteilt unsere Klamotten.
Dieser geile 90er Jahre Schlafsack gehört übrigens mir.
Der ist auch noch aus den 90ern und ich kann nur sagen... auf Rügen ist es auch im Juni nachts echt kalt und dieser Schlafsack tat alles nur nicht warm halten.
Koppeln konnten wir leider auch nicht, weil wir beide Schlafsäcke mit rechtsausgelegten Zipper hatten.
"Frank" hatte es schön warm in seinem Kuschelschlafsack, ich lag angezogen wie eine Zwiebel in meinem und fror trotzdem.
Dazu kam... mein Zelt war irgendwie auch ein Fehlgriff.
Das merkten wir aber erst am nächsten Tag.
Es war nur ein Einwandiges Zelt. Schnell im Aufbau, aber man hat das ganze Kondenzwasser im Zelt, was dann an den Wänden runter läuft und somit in unsere Klamotten.








Der Wettergott war uns am Ersten Tag, tatsächlich nicht wohlgesonnen.
Es war windig, frisch und grau...

Trotzdem fingen wir an rumzublödeln.

Bei dem Bild wäre ich fast ins Wasser gefallen.



"Frank" allerdings sah man die Freude wirklich an...
Der erste richtige Urlaub seit Jahren.

Wir arbeiteten beide viel und hart und wir hatten / haben beide Jobs die nicht so bezahlt werden, wie sie eigentlich sollten.

Da mag man zwar nicht meckern, aber die Gehälter im Handel sind grenzwertig und minimal über dem Mindesteinkommen.

Ich fand es schön ihn mal so unbeschwert lachen zu sehen.

Alles viel in dem Moment von ihm ab und das war auch gut so.

Ja... manchmal hat die nervige, kleine, anhängliche, nöhlende aber liebenswerte Jeany doch auch gute Einfälle...
da muss er mir Recht geben!





Am nächsten Tag hatten wir mit dem Wetter dann richtig glück.
Es hielt sich auch bis zum ende unseres urlaubs... Sonne satt und schön warm, während es in Berlin regnete.
Und ja... wir hatten viel spaß... und belustigten auch die anderen Miturlauber...



Wir kamen dann auf die Idee nach Vitt zu laufen... vom Strand aus...
Sascha meinte "ist ja nicht weit"... Sah auch wirklich nicht weit aus...und ich denke jetzt selbst mit GPS Gerät hätte er das gesagt *lach* aber naja... ohne Aussagen wie diese, hätten wir weder in Schottland noch auf Rügen so manches verpasst und nie gesehen.
Ein alter Baum verschönert von Holzwürmern und Borkenkäfern.

Steinsäulen an Orten, wo man sich fragte, welcher Mensch noch so ein Depp war zu Fuß an der Küste entlang nach Vitt zu laufen?!

Kurz vor Vitt ein ziemlich totes Bäumchen welches aber von Blumen rumgeben war.


Mein Blick, da ich schon lange keine Pferde mehr so nah gesehen hatte und vergessen hatte wie groß die Viehcher eigentlich sind.



Nach Stunden des Laufens entlang der Felsenküste bis nach Vitt und einen Fischbrötchen gings dann heim... diesmal aber auf dem Weg der Straße zurück, Entlang an grenzenlose Felder...

Diese waren wie gemalt... einfach schön... die Grillen zirpten, es roch gut... die Sonne brannte... unsere Füße auch... wir liefen dann Barfuß...

Zurück gönnten wir uns dann auf den Abendstunden ein schönes kühles Störtebeker und genossen die Ruhe.
Kaum Menschen am Strand... so soll es ein.

"Hier gab es mal ein Foto mit einer Geschichte zu, aber "Frank" der nun meint einen auf Muschi zu machen und möchte das ich Bilder mit Ihm entferne, weil er ja so VIP ist und wohl Angst hat das eine seiner vielen Frauenbekanntschaften mich mit ihm in Verbindung bringen und mich vielleicht fragen, warum er so schwer gestört ist...pussy."

Naja okay... nicht wirklich... ich hatte Yazzie bei... und wir spielten bis tief in die Nacht und entwickelten irgendwann unsere eigenen Regeln um uns gegenseitig zu bescheissen.


An Hand der Kleidung sieht man, das es dort abends, soweit man vom Meer weg war, es echt frisch wurde.

Also packt immer noch ein paar warme Sachen ein.

Glück hatten wir mit den Mücken... wir hatten eigentlich keine einzige... was ich sehr sehr gut fand :)




Wir machten dann die nächsten Tage noch einen Ausflug nach Glowe.
Eigentlich der totale Gegensatz zu Breege... viele Touries, viele Menschen, alles sehr voll und hecktisch...

Der Hafen in Glowe... war nett dort, aber wie gesagt, für meinen Fall, wars mir zu voll.
An einen unserer letzten Abende wurden wir noch, dank einer Magenverstimmung meinerseits mit einem echt schönen Sonnenaufgang belohnt.


"Tragischer Weise musste ich meinen Blog nun kastrieren, Bilder entfernen und Teile des Textes, weil "Frank" der selbst Fotograf ist meint mich zensieren zu müssen. By the way "Frank" schaff dir bitte erstmal eine Umsatzsteuernummer und ein richtiges Impressum an, wenn du deine Bilder in einem Onlineshop verkaufst, bevor du mir aufn Sack gehst"


Mehr Fotos gibt es wie immer zu sehen auf Jeany Katze Photography

Ich denke wir beide freuen uns über ein Like, einen Kommentar, Lob, Kritik oder Teilen der Bilder oder Beiträge.

Sonntag, 14. August 2016

The long way from Broadford to Portree - Kapitel 7- The end ist the beginning is the end...


Ich hab lange über einen passenden Abschlusstitel gesucht, bin mir immer noch nicht so sicher ob er passt.

Nun gut... der letzte Tag brach an... am morgen, nachdem die Midges endlich mal nachließen und verschwanden, konnten wir unsere Sachen packen und machten uns auf den Weg nach Portree.
Zum flück war gerade Ebbe, so mussten wir nicht hoch zur Straße klettern, sondern konnten die meiste Zeit direkt am Loch Portree entlang gehen.
Ja auch dort war es logischerweise wieder ziemlich sumpfig und ich sah aus wie eine Sau.
"Frank" und ich kamen aber gut voran.
Irgendwann meinte er wie müssen nun Querfeld ein durchs Farngestrüpp damit mir hoch zur Hauptstraße käme
Hab ja nix gegen Grünzeug oder Farn, aber wenn das Zeug so hoch ist wie ich Groß bin (1,68m) dann geht mein Gedanke nur "Bitter lass da keine Spinnen sein"
Auch dort kamen wir zügig voran , erreichten die Hauptstr und kamen auf dem Parkplatz kurz vor der Tankstelle raus.
Ab da an ging es nur noch die Straße entlang auf der suche nach einem B&B, dem Stadtzentrum und unserer Bushaltestelle an der wir ja nächsten Tages uns wieder auf den Heimweg begeben sollten.

Die B&Bs waren restlos ausgebucht, alles belegt. Hunger hatten wir auch und die Stimmung war ein bissel... naja... wir waren schon echt platt.

Irgendwann erreichten wir den Centre Place, die Bushaltestellen und ein Hostel wo wir Tatsache noch ein Zimmer bekamen zu einem Okayen Preis...allerdings mussten wir bis 15uhr warten (wir waren gegen 11 da).
Ich sagte ja schon das wir hunger hatten...wir Saßen im Sozialraum, warteten das wir endlich aufs Zimmer konnten, "Frank" kaute lustlos auf seiner Letzten Scheibe Brot rum... und ich fing dann auch noch an zu erzählen, das wenn ich zu Hause bin, so ein Brot Backen mag mit Schinken-Käsefüllung.

Ich dachte er knallt mir gleich eine, da sein Blick entgleiste und er mich anmaulte das er gerade diese scheiss trockene Brotscheibe kaut und ob ich nen Dachschaden habe jetzt mit Käse-Schinken Zeug anzufangen.
War ja nicht so als wenn ich nicht selbst hunger gehabt hätte.
Die Stimmung war also ziemlich im Arsch. Ich ließ ihn alleine mit seinem Brot, ich stand draußen und ging eine Rauchen, dann nahm ich meine Kamera und ging zur Bucht die vor dem Hostel war und machte ein paar Bilder, auch um ihn einfach brummeln zu lassen und aus dem Weg zu gehen.

Um 15uhr konnten wir endlich das Zimmer beziehen, Duschen, bissel entspannen und Tee trinken.
 "Frank" hing gleich am Fernseher... Oh wie war es schon all die Zeit kein TV und kein Internet zu haben, denn so war er ansprechbar... mit Internet und Tv hat er wieder nur noch eine geringe Aufmerksamkeitsspanne und nen toten Blick...
Da er ja die ganze Zeit aulte das er ja hunger hätte wartete ich Frisch geduscht nur noch das er sich von den dämlichen Fernseher Losreißen würde damit wir endlich mal eine Lokalität finden wo man keine Reservierung brauch und Futter bekommt.
Wir fangen ein süsses Italienisches Restaurant. Familienbetrieb mit sehr fairen Preisen, guter Karte und seeeeeeehr aufmerksamen Personal. Die Kids waren quasi die Kellner und Routierten, fragten alle 5min ob alles gut sei, wir noch was trinken möchten etc... "Frank" gings schon aufn Sack... aber er ist halt so wenn er hunger hat und keine Ahnung was noch an dem Tag bei ihm war.

Wie schlenderten noch durch die Straßen, fanden dann einen wie ich finde voll tollen Supermarkt "The Cooperative food" da haben wir uns erstmal mit Zuckerzeug eingedeckt, Trinken für die Busreise und  Bier für den Abend.
Dann wollte er wieder ins Hostel...
Ich packte schon mal den Rucksack und meine Tasche für den Abreisetag, griff meine Kameraausrüstung und zwang ihn Quasi noch raus zu gehen Bilder zu machen, weil ich zum einen meinen Letzten Tag nicht verschwenden wollte und mir dachte, Portree bei Nacht kommt bestimmt gut.

So sahen wir noch einen Traumhaften Sonnenuntergang und es entstanden meinerseits schöne, eindrucksvolle S/W Bilder von Portree.







Wie gesagt, irgendwie schien mir "Frank" unzufrieden, vielleicht wahr er wie ich wehmütig das dies nun das Ende unserer Reise war...die Stimmung war zumindest etwas bedrückt.

Bei mir kam der Stimmungsabfall erst am nächsten Tag.
Ich wollte nicht gehen, ich wollte bleiben, ich wollte nicht in den Bus steigen und wieder 9Std bis Edinburgh fahren. Mein Herz liegt in Schottland.
Die Busreise war anstrengend, und Eng, der Bus war voll und Stickig, ich sicherte mir einen Fensterplatz und starrte hinaus um noch alles an Landschaft in meinem Hirn abzuspeichern, mir kullerten Tränen...wir sprachen nicht viel.

Als wir endlich in Edinburgh Airport ankamen, erwartete uns eine seeeeeeeeeeeeeeeehr lange Nacht.
Unser Flug ging erst um 6uhr nächsten Tages und wir waren so gegen 21uhr oder so da.
Da die Stimmung immer noch doof war und "Frank" nur an seinem kack Handy hin weil er wieder irgendwie WLAN hatte, blieb ich die meiste Zeit vor dem Airport. Dort konnte ich in ruhe rauchen, nachdenken und überlegte immer noch einfach wieder in einen Bus zu steigen Richtung Stirrling, egal...nur nicht zurück nach Berlin. "Frank" saß irgendwo bei Starbucks und schnorrte Wlan.
Ja es hat mich wirklich genervt, weil niemand von uns die letzten 2 Wochen Wlan, Internet usw vermisst hat und dann war er mit seinem Handy verwachsen, kaum ansprechbar und die Stimmung war echt im Keller.
Ich hob noch etwas Geld ab, kaufte Bier und eine Schachtel Zigaretten (für 8,90Pfund die Schachtel).
Irgendwann kam "Frank" dann doch mal raus weil er pinkeln musste und ich auf die Rucksäcke aufpassen sollte.

Die Zeit wollte nicht vergehen...wir gaben uns dann mit Lager die kante und warteten die Nacht das wir endlich einchecken konnten. Kurz vor 6 wars dann auch endlich soweit... ich war völlig kaputt.
Und obwohl ich für einen der beiden Flüge einen Fensterplatz hatte, hat "Frank" sich beide geschnappt. war mir dann auch irgendwann egal.
Wir hoben ab und mein Herz blieb in Schottland.
"Frank" hats irgendwie nicht ganz verstanden, aber eigentlich hält mich nichts in Berlin.
Klingt hart, aber ich wollte nicht mehr viele Menschen um mich. Berlin stinkt, ist laut, ist hecktisch und ziemlich ohne Perspektive. Schlechter Job, schlechte Bezahlung und unfreundliche Menschen.

In Berlin sammelten wir unser Gepäck ein, er fuhr heim, ich fuhr heim... nur ich fühlte mich nicht mehr zu Hause.

Und das ist das Ende der Geschichte. Die Reise war zu Ende.

Alle Bilder findet ihr unter meiner Facebook Photoseiten Jeany Katze Photography

The End...


Dienstag, 2. August 2016

The long way from Broadford to Portree - Kapitel 6 - from Sligachan to Portree


Nach einer wundervollen Nacht im Hotel Sligachan, guten Essen in der Bar nebenan und einen dekadenten geilen Frühstück, zogen wir vom Hotel hinüber auf den Campingplatz gegenüber des Hotels.
Noch eine weite Nacht für 160 Pfund konnte ich mir einfach nicht mehr geben.
Der Campingplatz hat aber alles was man brauch. Toiletten, Duschen, Frischwasser und kostet nur 7,50 Pfund pro Nase und Tag.
Dort schlugen wir dann unser Zelt im Regen auf (deswegen wählte ich auch dieses Titelbild).
Anscheinend liegt Sligachan in einer Ungünstigen Wetterschnailse, das es dort echt nur regnete...oder aber wir hatten nur Pech.
Zumindest verbrachten wir den ganzen Tag im zelt und bekamen schon einen Lagerkoller.
Dies brachte uns dann auf die Idee bescheuerte Bilder von uns zu machen und mit unseren Cam rumzuspielen... auf die Filter, fertig los...
"Frank" auf mittlerem HDR Filter bescherte uns beiden den härtesten Lachkrampf der gesamten Reise, so das uns die Tränen liefen.

Nach einer lauten Nacht durch den Wind, der uns den Regen gegen das Zelt donnerte, so das man meinte es wäre Hagel, machten wir uns am nächsten Morgen dann auf nach Portree.
Wir verzichteten auf die Ursprüngliche Route den Skye-Trail weiter zu laufen, da man uns sagte, das nach solch einem Wetter, die Route nur sehr schwer bis gar nicht passierbar ist.
Auf der Strecke sind mehrere Flüsse welche keine Brücken haben und bei Regen stark anschwellen.


Da wir schon von der letzten Strecke bedient waren, entschieden wir uns für den Easy Way... wir nahmen die Hauptstraße Richtung Portree.
Okay... die ist auch nicht ohne... man läuft auf der Grasnarbe und die Autos und LKWs brettern sehr dicht an einen vorbei.
Dazu kam mal wieder das Glück, das die Midges uns fanden und ich entdeckte ungeahnte Kräfte in mir die mich antrieben den Turbogang zu aktivieren.
Dadurch schafften wir die hälfte der Strecke auch binnen einer Stunde.
Da wir eigentlich nicht vor hatten schon am selbsten Tag Portree zu erreichen, sondern noch einen Tag, frei und ohne Menschen nächtigen wollten, hielten wir ausschau nach einem schönen Plätzchen.

Rechts der Straße sah ich einen schönen Fluss und satte Wiesen mit Schafen und auch Restgemäuer alter Häuser. Dort hätte ich am liebsten mein Zelt aufgeschlagen, aber wir hatten keine Chance auf die andere Seite zu kommen. Zum einen wegen der Zäune des Forstamtes, zum anderen wegen des Flusses der sich sehr tief in den Fels gefressen hatte und wir wenig lust hatten einen auf Cliff-Hanger zu machen.
Aber wir Pausierten dann irgendwann und ich fand einen weg nach unten um wenigstens Fotos machen zu können.

Varragill River





Absolut sehenswert und man sollte sich die Mühe machen, wenn mans kann, sich einen Weg runter zum Fluss zu suchen.
Nach unserem Fotointermezzo machten wir uns weiter auf den Weg... Kling klang kling klang...du und ich...die Straße entlang (sing)
Kurz bevor auf der A87 der Varragill einen Knick Richtung Loch Portree macht, gibts eine kleine Landstraße der wir dann folgten. Zum einen wollten wir weg vom Traffic, zum anderen war der weg eben und nicht Bergauf und sehr angenehm zu laufen.

Dort fanden wir dann auch kurz vor Peinmore House einen bescheidenen aber coolen Lost Place




Danach bogen wir in die B883 welche wieder auf die A87 führt.
Dort gibt es eine kleine Brücke und neben der Brücke ein Tor, welche auf einen Wanderweg führt.
Ein schönes fleckchen Erde und super zum campen.
Ab und an trifft man mal einen Einheimischen mit seinen Hunden, alle lieb und freundlich.
Was ihr wissen solltet, auch wenn es reizt... Baut das Zelt nicht zu dicht am Wasser auf. Dort endet nämlich Varragill River ins Loch Portree und wird von Gezeiten gesteuert.
Der Fluss kann mal eben von jetzt auf gleich um 6 feets steigen, also lieber 6 Meter abstand halten und im höheren Gras Zelten, dann ist alles gut.
Nachts habt ihr auch einen traumhaften Blick auf Portree bei Nacht. Beleuchtet im warmen Licht als würde es brennen.
Hinter uns die Schafe  :)
Ja ich liebe Schafe... und es waren so glückliche Schafe.

Schaut wie das kleine lächelt :)
 Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher ob wie ein oder zwei Nächte blieben, ich weiß nur das ich halt mitten in der Nacht wach wurde weil ich pinkeln musste und dann total geflashed von der Nächtlichen Kulisse auf Portree war.
Was dann auch da war, waren die Midges. "Frank" machte noch Fotos von der Nacht Kulisse, mir reichte das pinkeln und das wegrennen vor den Midges, aber er war mutig, bis auch er geplagt von den Monstern zurück ins Zelt flüchtete... zusammen mit gefühlten 300 Midges.
Auch am nächsten Morgen wollten die Biester nicht verschwinden. Es war windstill und sie fanden unser Zelt sehr toll. Man konnte mal wieder hören, wie sie gegen das Zelt ditschten... das so kleine Beißmücken so viel schwung haben... respect for that!

Nach der Plage und etwas Wind, konnten wir uns auch aus dem Zelt Trauen und es bot uns diese Aussicht.

Mein Herz wurde langsam schwer, da ich wusste, das die Reise sich dem Ende näherte und ich am liebsten dieses Land nie wieder verlassen hätte.
Ich hatte das Geschenk mit einem wunderbaren Menschen mein Schottland zu teilen und gemeinsam über unsere Grenzen zu gehen. Es machte mich stark, ich fühlte mich frei, ich war zu Hause.
Der Gedanke in wenigen tagen zurück ach Berlin zu müssen, löste Beklemmung in mir aus.
Auch wenn in Berlin, Familie, Freunde und meine Tiere sind, mein Herz und mein Zuhause ist allerdings Schottland. Selbst "Frank" verspürte nicht mehr so recht das Bedürfnis zurück nach Berlin zu gehen.Ich glaube wir waren uns bis dahin noch nie so nah, wie auf der Reise...

Uns trennten nur noch wenige Meilen bis Portree, dem letzten Stop unserer Reise, eine letzte Nacht bevor uns wieder eine lange Busreise bis Glasgow und Edinburgh erwartete.

To be Continued....


Samstag, 23. Juli 2016

The long way from Broadford to Portree - Kapitel 5 - The Skyetrail to Loch na Creitheach und Sligachan

Küste Elgol
Nachdem wir uns 2 Tage bei Francis in Glasnakille ausgeruht hatten und auch unseren rausch ausschliefen der durch den Vorabend in Elgol enstand, da dort ein Dorffest mit Highlandgames und abendlichen Dancing mit Live Band, machten wir uns am nächsten morgen voller Tatendrang auf Richtung Loch na Creitheach.
Francis war noch so nett uns über eine Gefahren des Weges aufzuklären, von denen wir selbst nichts wussten und auch zuvor in keinem Blog zu lesen fanden.
Der Skye-Trail zwischen Elgol und Loch na Creitheach ist nicht ungefährlich.
Wohl einfacher zu meistern für Wanderer mit leichten Rücksäcken, aber wenn man einen breiten 75liter Rucksack auf dem Rücken hat mit 20kg Ballast, brauch man wirklich sehr gutes Schuhwerk, Gleichgewichtssinn und Kondition.

Der Weg geht im Grunde zu 90% Bergauf mit wenigen ebenen Passagen,
Und der Weg ist gerade mal eine Hand breit (große Männerhand breit) und links von euch gehts mal eben 30-50meter steil Bergab, die Klippen hinunter. Keine Seile, nichts zu festhalten!
Francis warnte uns noch, das wir auf "Blue Ropes" achten müssen.
Findet ihr auf der Strecke irgendwo im Gebüsch, im zugewucherten Weg ein Blaues Seil (ziemlich ausgeblichen und schwer zu sehen), dann geht bitte nicht weiter. Geht ein stück zurück und versucht weiter obenrum voran zu kommen.
Blaue Seile bedeuten "Warnung!!! der Weg bricht ab hier ab"!
Und dann landet ihr 30-50m tief auf der Steinküste mit wenig Chancen überhaupt noch mal einen Mucks von euch zu geben.
Notruf könnt ihr vergessen...auf der Strecke ist kein Empfang.
Bei Regen wird die Geschichte dann auch noch sehr rutschig, viele der kleinen Felsen sind lose, also lieber langsam vorrantasten.
Aber der Ausblick ist ein Traum.
Einige Passagen muss auch geklettert werden, aber da die Flesen dort sehr rau und griffig sind, kann man sich an ihnen hochziehen.
Wenn ich das mit meinen 1,65m, 60kg und 20g extra aufm Buckel geschafft habe, schafft ihr das auch!
Es ging recht zuügig vorran, so das wir in 3std oder weniger die Bucht vor Loch na Creitheach erreichten.
Dort gibt es 3 Häuser. Das erste ist für Wanderer die sich dort ausruhen können oder bei miesen Wetter schlafen können. Das Haus dahinter scheint bewohnt zu sein, das Dritte Haus Richtung Loch Coruisk war verschlossen. Wer in diese Richtung weiter möchte, sollte dies nicht bei oder nach Regen machen. Laut Auskunft eines erfahrenen Wanderers ist die Strecke dort sehr gefährlich.
Wir machten auf Grund des Wetters also halt in Camasunary und richteten uns für die Nacht dort in den Cabin ein.
Die Nacht war kurz und Laut, da noch eine Schulklasse mit 9 Kindern und 2 Lehrern dazu kam und wirklich leise waren sie nicht.

Am Folgetag wurden wieder die Rucksäcke gepackt, etwas Ballast wie Reis, Nudelsuppen und so Zeugs für neue Wanderer als Geschenk dort gelassen und dann machten wir uns auf dem Weg.

Die Nacht zuvor hatte es geschüttet wie aus Eimern, nachdem wir los gingen fing es wieder an zu regnen.
Laut Plan und laut aussage des einen Wanderers sollte die Strecke ca 3std betragen.
Pustekuchen...
Bei Regen oder vorherigen Regen, verwandelt sich dieser Weg des Syketrails in einen Bach!
Der Weg ist auch sehr Bolty (Steinig) und rutschig und nass. Es ist als würde man über stunden durch einen kleinen Bach latschen.
Die schuhe waren durch, die Kleidung auch, ich hatte das glück mehrmals mit dem Fuß umzuknicken und hatte schmerzen beim laufen.
Ich wurde immer langsamer, was "Frank" sichtlich aufn Zeiger ging. ich wollte halt auch nicht alle 5min Rufen.
Ich gebe zu, der Tag war echt beschissen, die Stimmung war sehr gereizt und wir gingen uns mehrmals an die Gurgel.
Irgendwann sagte ich dann "wenn ich dir zu langsam bin, dann lauf doch einfach, dann kannste deinen blöden Zeitplan halten."
Das tat er dann auch angepisst wie er war...er lief und lief und wurde immer kleiner und es gab Momente da sah ich ihn schon gar nicht mehr.
Das war der Punkt wo meine Nerven blank lagen, dazu noch die Midges die mich bissen und ich konnte nicht mehr anders... ich habe geweint.
Fast die Gesamte Strecke ging das so... Links berge, rechts Berge, dazwischen Loch na Creitheach. Ich machte keine Pause, weil wäre ich stehen geblieben und hätte mich ausgeruht, hätten mich die Migdes noch mehr aufgefressen und "Frank" wäre weg gewesen.
ich wollte da nicht allein sein.
Da kam kein Mensch entgegen, da waren weder Schafe noch Kühe, nur dieser Weg der ein Bach war und Sumpfgelände.

Nachdem wir Loch na Creitheach passierten kam der nächste Schock. Ein Fluss... angeschwollen durch den Regen, zu tief um durch zu laufen, keine Chance drüber zu springen, kein Steg nichts,
Wir fingen aus Verzweiflung an, große Steine in den Fluss zu werfen. Leider Erfolglos, denn das einzige was sich bildete war eine Art Staudamm was es noch unmöglicher machte.
Wir verplemperten damit gut eine Stunde. Irgendwann schafften wir es dann doch durch leichtes umleiten des Wassers rüber zu kommen.
Dann ging es wieder weiter, durch den Weg der ein Bach war, durch Sumpfige Nebenwege.
Sligachan war immer noch nicht in sicht.
Dafür hörte ich ein lautes Grollen...und mir wurde klar, da ist ein Fluss und er ist stärker und schneller als der letzte... wieder keine Brücke, dafür große Steine die aber rutschig waren.

Ich hatte Angst...angst auszurutschen, in den Fluss zu fallen und im Strudel abzusaufen. Mir vielleicht noch den Schädel anzuhauen. Wer hätte da helfen könne? Ohne Netzempfang kannste keine
Hilfe rufen. Ich hatte angst das "Frank" etwas passiert, sein Gepäck war noch schwerer als meins.
Ich hätte mir das nie verzeihen können wenn ihm was passiert wäre und ich war wirklich starr vor angst. es kostete mich sehr viel Überwindung den Fluss zu überqueren und meine Nerven waren am Ende.

und wieder ging es weiter durch den Weg der ein scheiss Bach war, keine Schafe, keine Kühe, keine Häuser, keine Menschen.
Als ich merkte das ich einen Krampf im Rücken bekam, war bei mir vorbei.
Ich bekam einen Nervenzusammenbruch. Ich schmiss meinen Rücksack in den Dreck, schleppte mich auf einen Felsen und bekam einen Weinkrampf, ich schrie und fluchte, weinte und wehrte "Frank" ab... ich konnte nicht mehr. Ich hatte Angst wir gehen da zu Grunde und man findet uns nicht.

"Frank" war damit überfordert, er wusste selbst nicht mehr weiter. Ihm war die Lage bewusst und auch er knickte dann ein.
Ich habe ihn noch nie zuvor so gesehen. Er ist der Positivste Mensch den ich kenne, aber in diesen Augenblick war selbst er gebrochen.
Ich gab mir die Schuld dafür... ich war nicht die beste Motivation und es zerriss mir die Seele ihn so zu sehen.
Ich konnte nicht anders, wir mussten weiter, ich musste die schnauze halten, ich musste sein Tempo halten, auch wenn die Schmerzen immer größer wurden und ich keine Kraft mehr hatte, ich total am Ende war. Ich habe ihn zu lieb, als dass ich ihn eine Last sein wollte.

Wir rockten diesen verdammten weg weiter und weiter ohne Pause, ohne reden, nur nach vorn.
Auf Höhe von Loch Dubha sahen wir in der Ferne dann ein Weißes Haus... um uns rum waren nun auch Schafe, was uns beruhigte.
Wir liefen weiter und weiter aber das Haus schien nicht näher zu kommen.
Das Haus was wir sahen, das was Sligachan Hotel.
Wir folgten dem Sligachan River immer mit Blick auf das Haus.

Nach gut 10std Fußmarsch, waren wir dann endlich da...
Ich war völlig entkräftet und wollte diesmal auch nicht im Zelt schlafen. ich wollte ein bett, eine Dusche und essen und mir war es egal wie teuer es ist.
ich wollte uns beiden nach diesen scheiss Tag etwas gutes tun.
Und wir hatten glück, es war noch ein Zimmer Frei... die Suporior Suite für läppische 160 Pfund (266€) die Nacht.
Wir waren beide fertig und am Ende aber glücklich dieses Zimmer zu haben.

Und ich bin Dankbar das "Frank" mich nicht hat alleine sitzen lassen.

In Liebe
Jeany

(diesmal hab ich vorerst keine Fotos, da ich Beruflich und Privat gerade sehr eingespannt bin, aber es wird Nachgereicht)

Dienstag, 12. Juli 2016

The long way from Broadford to Portree - Kapitel 4 - Auf nach Elgol




Nachdem wir uns in der Bucht vor Kilmarie ausgeruht hatten und neue Kraft tankten, ging es am nächsten Morgen weiter nach Elgol. Wieder eine 10km Strecke (Luftline) plus ca 2km, weil wir ja vor dem eigentlichen Schlafplatz unser zelt aufgeschlagen hatten.

Allerdings ließ ich es mir vor dem Marsch nicht nehmen nochmal mit meiner Kamera los zu ziehen und Fotos zu machen. Hier und da ein paar Schafe, die Bucht, dieser schöne Platz wo wir gezeltet hatten und... jo klar... Kühe... dafür stapfte ich quer durch das teilweise sumpfige Land, aber ich schaffte es mal wieder sehr nah an meine Kühe ran zu kommen.
Ich weiß auch nicht warum ich Kühe so toll finde, aber sie haben sowas gelassenes und liebenswertes an sich.


Als ich mich irgendwann mal von meinen Fotomodellen abwenden konnte, sah ich "Frank" gaaaaaaanz weit hinten am Zelt stehen und auch wenn ich kurzsichtig bin und weit weg stand, sah ich diesen Blick, der mir sagte "Loooohooos...mach hinneeee"
Also zurück zum Zelt, Sachen packen, Zelt abbauen und los marschieren.

Das Wetter war klasse, blauer Himmel, Sonne satt, etwas Wind aber nicht so doll wie am Tag zuvor.
Naja zumindest für einen Teil der Strecke.

Wir liefen die Straße entlang, laut GPS (jaja) waren wir richtig, der Ausdruck war auch der Meinung das Stimmt so. Die Straße nach Elgol ging mal auf...mal ab...und wieder auf....und wieder ab... aber wir kamen echt gut vorran. Nach Jeder Kurve sagten wir uns "jetzt gehts endlich Bergab" aber nö... es ging weiter nach oben... am höchsten Punkt dann war er wieder da... der Wind... er wehte fies von den Bergen in die Talsenke und peitschte mich mal wieder von links nach rechts und sehr oft von der Straße. Ich merkte irgendwann das 2 paar Socken heute echt kacke waren und nutzte die Gelegenheit bei einer Pause meine Socken zu wechseln, weil ich hatte keine Lust wieder Blasen zu laufen. Danach noch ein Stück von der motivations Salami und weiter gings. Wir erreichten nach gefühlten 2 Stunden Kilmarie.

Ein süßes kleines Dorf mit einer Silberschmiede und allerlei anderen Handwerkskünsten. Die Wanderung durch Kilmarie selbst dauerte 15min. Ich sagte ja es ist klein.

Ab da an ging es nur noch Bergauf... nicht nur leicht steigend... nö... man hätte meinen können im 45grad Winkel und das durchgängig. Meine Beine hatten irgendwann ihre Grenze des tragbaren erreicht...und wieder nervte mein Rucksack, da sich die Riemen immer wieder lockerten und rutschten. Leichter war er ja immer noch nicht und das Gewicht legte sich wieder auf meine Schultern.
Es ist echt nicht einfach seinen Schweinehund den Mittelfinger zu zeigen und sich immer wieder zu sagen "Du bist kein Großstadtweichei". Ich wollte das Tagesziel erreichen und hoffte immer wieder das es mal wieder nach unten geht. Der Berg dachte sich da aber was anderes...ich hielt also wieder öfter an und hoffte das es "Frank" nicht nervt, denn er war im Gegensatz zu mir, echt gut zu Fuß.
Die nächste Pause legten wie dann, so makaber es klingt, auf einem Friedhof ein.
Er war nicht sonderlich groß oder Spektakulär, keine alten Grabsteine, aber schön ruhig und irgendwie beruhigend. Nach 15min ging es wieder weiter.
es ging auch etwas Bergab und wurde dann für ein weilchen eben... der Weg gabelte sich und dahinter ging es wieder den Berg hinauf.
Ich blieb stehen und rief "Gerade aus...oder nach den Weg nach links?????!!!!"
Er schaute auf GPS, auf den Ausdruck und meinte gerade aus... ist nicht mehr weit.
Das GPS verschwand in der Tasche, wir gingen gerade aus, allerdings hätte ich lieber den linken Weg genommen, weil da ging es runter und eben... mit etwas Wehmut sah ich den Weg im Augenwinkel verschwinden und es ging wieder nur Bergauf...

Ich hatte die Schnauze voll...man lief und lief und kein Elgol in Sichtweite.
Dann sah ich eine Kuh... eine große, schwarze Kuh... ich nannte sie Elsa.
Da ich ja einen Kuhfetisch zu haben scheine wollte ich sie streicheln... ich brauchte das jetzt!
Ich kramte in meine Tasche meines Pullis um mein Handy rauszuholen und das Knistern der Taschentuchpackung machte Elsa auf mich aufmerksam.
Langsam trottete sie auf uns zu, senkte ihren Kopf...und dann merkte ich erst das dort jemand Rübenschnipsel hingeworfen hatte.
Während wie zufrieden aß, kraulte ich ihr den Kopf und schoss ein albernes Selfie mit Elsa.

Die Kuh Elsa ^^
Auf dem Foto kommt gar nicht rüber, WIE GROß sie wirklich war. Sie war riesig, eine echte Black Angus Cow aber so lieb.
Nach dem kraulen gings weiter... zwischendurch sah ich noch ein paar Schottische Hochlandrinder mit ihren Kälbern und dann gabs nur doch die Straße Bergauf und die Leitplanke.
Gegen 14/15uhr war ich nur noch im Arsch...ich wollt nicht mehr laufen... der Rücken tat weh und die Beine waren wie Blei und das GPS sagte uns auch noch, das wir Kilometerweit abseits der Strecke sind (jaja... hätten wir mal den linken Weg genommen)
Zurücklaufen ging nicht mehr, weiter hoch laufen ging bei mir nicht mehr.

Dort sieht man im Übrigen den Weg den wir hätten nehmen sollen *hust* 
Ich hing also wie eine halbtote über der Leitplanke und ein Auto hielt an. "Frank" fragte die nette Frau ob es noch weit bis Elgol sei, sie meinte sie wisse es selber nicht, das sie nicht von hier ist. Als Sascha mir das sagte, merkte die Frau das wir Deutsche sind und lachte "ich bin auch Deutsche, soll ich euch mitnehmen?"
"Frank" sah mich an, eigentlich wollte er aus eigener Kraft die Strecke schaffen, aber er sah mich und wusste, das ich nicht mehr kann.... er stimmte zu, wir verstauten unsere Rücksäcke im Wagen und fuhren los.
Mit dem Auto waren wir genau 4min unterwegs, dann waren wir in Elgol.
Angela (so hieß die nette Frau), fragte ob sie uns noch bis nach unten zum Hafen fahren soll, sie würde uns auch wieder mit hoch fahren falls wie keinen Ort zum schlafen finden. Gesagt, getan.
Und es war gut so. Am Hafen trennten sich unsere Wege...ich hoffe Angela hatte noch einen schönen Urlaub.

Hafen Elgol bei Ebbe
Da wir immer noch ziemlich weit vom eigentlichen Übernachtungspunkt weg waren, suchten wie den Elgol Shop auf um zu fragen ob man uns ein B&B empfehlen könnte oder einen Platz zum Zelten.
Die Inhaberin meinte dann, das in Elgol kein B&B mehr frei wäre, aber in Glasnakille gäbe es Wigwams, ca 2 Meilen die Straße runter. Sie gab mir einen Flyer, Zeigte mir den Weg auf der Wanderkarte die im Eingang hing und lud uns für den nächsten Tag zum Tanzfest ein.
Da wir eh vor hatten 2 Tage zu bleiben sagte ich freudig zu.
"Frank" fotografierte währenddessen die Wanderkarte ab... endlich hatten wir richtiges Kartenmaterial und schissen aufs GPS.
Denn dort war jeder Weg, jeder Fluss jede Straße und jeder Berg eingezeichnet... woohooo!!!
Nach einer schönen kalten Cola liefen wir also die Straße runter nach Glasnakille und hofften, das tatsache noch ein Wigwam frei war.
Seltsamerweise waren diese 2 Meilen dann keine Qual mehr, denn wenn wir kein Wigwam bekämen, könnten wir immer noch unser Zelt aufschlagen, da die Straße direkt an unseren Übernachtungsplatz vorbei führte.

Ich glaube gegen 17uhr waren wir dann in Glasnakille und trafen auf Frances.
Frances, die wohl lustigste, liebenswerteste Person die ich auf Skye kennenlernen durfte.
Sie freute sich uns zu sehen und hatte für die Nacht noch ein Wigwam frei. Als ich fragte ob auch 2 Tage gingen, meinte sie das für den nächsten Tag ein Pärchen reserviert hatte. Naja nicht so schlimm.
Wir bezogen unser Wigwam und waren ziemlich glücklich. Es war schön geräumig, trocken, warm, 2 weiche Matratzen, ein Sessel, ein Tischlein, Toaster, Wasserkocher und eine Heizung.
Die Toilette befand sich bei Frances im Haus, allerdings meinte sie das wir die Klospülung nicht betätigen sollen und Duschen ginge gerade auch nicht so, da der Wasserspeicher nicht mehr so voll ist.
Sie gab uns aber eine Schüssel, die wir mit Wasser füllen konnten als Ersatz Spülung. Ging super und sparte Wasser. Das wir nicht Duschen konnten war auch nicht so schlimm, ich füllte das Waschbecken mit warmen Wasser und wusch mich so. Danach wurden noch ein paar Klamotten gewaschen und hing sie dann auf die Wäscheleine.
Nach 2 Std klopfe Frances nochmal bei uns an um uns freudig zu sagen, dass das Pärchen gerade abgesagt hat und wir 2 Tage bleiben können... woohooo.
Zu Essen gabs wieder irgendwas mit Reis.
Zu später Stunde gingen wir noch mal den Berg rauf um den Sonnenuntergang zu Fotografieren... aber meine Kamera zickte diesmal rum und ich bekam (für mich) kein geiles Foto.

Glasnakille <3 

Die Nacht war diesmal richtig kalt und durchgefroren gingen wir zurück ins Wigwam, kuschelten uns in die Schlafsäcke und fielen sofort in Tiefschlaf.

Weitere Bilder findet ihr wie immer auf der Facebook Fotopage  Jeany Katze .

(to be continued...)

Sonntag, 3. Juli 2016

The long way from Broadford to Portree - Kapitel 3 - The way to Torrin


Zwei Tage blieben wir an Loch Slapin in der Bucht Camas Lamac.
Es war toll. Am liebsten hätte ich mir da eine Hütte gebaut und wäre einfach geblieben.
Ich litt immer noch unter den Midges bissen die juckten wie sau. Und ich hatte wirklich jeden Mist bei in meinem Erste Hilfe Zipperbeutel, nur keine Salben oder Anti-Allergiker.
"Frank"vergnügte sich damit Fotos zu machen, es war gerade Ebbe, ich machte es mir am Ufer gemütlich und kühlte meine Pusteln mit Salzwasser und genoss die Sonne und beobachtete die Schafe.
Abends gabs Essen und wir erholten uns von dem langen Weg.
Am nächsten Morgen wollte ich dann Bilder von der Bucht machen, aber zu meinem Pech hatte ich Flut, konnte aber dennoch gute Schnappschüsse einfangen. Später am Tage machten wir uns noch auf den Weg zu dem Weg von dem wir eigentlich hätten kommen sollen, um Bilder zu machen.
Da bekam "Frank" wieder Herzflattern, als er irgendwann im Augenwinkel sah, wie ich an den Steilklippen rumtanzte um einen Weg nach unten in die Bucht zu finden.
Ich fand keinen, aber "Frank" dafür fast einen Herzkasper "Ich hab keine Lust das du mit offenen Schädel da unten liegst"... jaja... hat er ja recht, aber habs natürlich nicht zugegeben und lieber nen unpassenden Spruch raus gehauen.
Ich suchte weiter nach einen Weg nach unten und krabbelte zwischen den Felsen umher. Die Wolken zogen sich zu und es nieselte etwas. "Frank" wollte eigentlich zurück zum Zelt, ich wollte aber meinen Bock durchsetzen und fand dabei ein echt geile Höhle. Mehr so eine Art unterirdischen Bachlauf.
Sehr geil...und ja ich kroch da auch rein und wollte sehen wie tief es runter geht.
"Franks" Blick nach sah er mich schon wieder halb Tot irgendwo rumliegen, also hab ich dort keine Bilder gemacht und kam wieder hochgekrabbelt.
Um wieder auf den Weg zu kommen mussten wir noch ein Stück den Berg rauf und dort fanden wir dann einen echt tollen Wasserfall. Naja und auch die Midges fanden uns, worauf hin wir weniger Fotos als gewollt machten und danach zurück zum Zelt gingen.

Unten angekommen knatterte ein Rot-Weisser Truck an...mit deutschem Kennzeichen!
Das Teil sah nicht nur extrem geil aus, nein auch der Fahrer mit seiner Familie waren echt nett und spendeten mir, nach einer lieben Bitte meinerseits Soventol Hydrocort-Salbe. Ich konnte endlich meine Bisse verarzten und freute mich enorm darüber.
Man spürte das es unweit von uns stärker geregnet hatte, denn es kühlte sich empfindlich ab.
Wir hatten einen super schönen Sonnenuntergang, den ich leider nur mit meinem Handy festhalten konnte, denn mir war so kalt, dass ich mich vor Zittern nicht mehr eingekriegt hatte.

Falls die beiden, ich nenne sie jetzt mal Uwe und Heike, denn ich fragte sie leider nicht nach ihren Namen, das hier irgendwie mal lesen... Danke für Alles :)
Besonders für die Salbe, die Räucherspiralen und das gefilterte Wasser am nächsten Morgen.

Wie erwähnt, nach 2 Nächten dort machten wir uns dann auf den Weg zu unseren nächsten Übernachtungslager, welches hinter Torrin lag.
Diesmal dachten wir, sind wir Schlauer, nehmen die Straße, da kann man sich nicht verlaufen.
Mit gepackten Rucksäcken, frischem Wasser und Elan machten wir uns auf den Weg... stellten dann aber mal wieder fest das wir uns so einen Wolf laufen, da sich die Straße zig mal schlängelte und wir auch noch ein Schild sahen mit "Private Road". Also kehrten wir wieder um, zurück zur Bucht und liefen diese entlang bis uns ein Zaun Stoppte. Das GPS Gerät lachte uns auch wieder aus.
Wir sahen uns nochmal die ausgedruckten Karten an und beschlossen dann einfach über den Zaun und Querfeld ein zu laufen.
Eigentlich gute Idee, aber es ging Berg auf, es war rutschig und schlammig, mein Rucksack saß nicht richtig und irgendwie war mein Körper überfordert, sodass sich alles krampfte. Auch meine Lunge und ich suchte dann irgendwann panisch meinen Inhallator. 
Meine gute Stimmung war dann im Keller und irgendwie hab ich "Frank"dann auch mit angesteckt.
Ich durfte dann noch mit meinem 20kg aufm Rücken über nen Zaun steigen und die Straße Bergauf laufen.
Ich wurde immer langsamer und meckerte vor mich hin. 
Dann sah ich das Café Blue wo ich schon auf dem Weg nach Loch Slapin ein Werbeschild sah.
"Hand made Cakes" ich wollte so gerne einen Kuchen.
Etwas süsses, einfach etwas schönes... ich sah "Frank" an, deute sein Gesicht dazu aber eher nein zum Kuchen zu sagen, auch wenn er meinte "klar mach doch".
Den Rest des Weges schwieg ich. Ich war maulig weil ich keinen Kuchen hatte, ich war maulig weil der Weg so kacke war, denn wenn er nicht steil Berg auf ging, dann wurde man vom Wind nach links und rechts gepeitscht, ich hatte Hunger, ich hatte durst und mir tat der Rücken weh. Ich lief aber weiter.
Als wir am Ortsende von Torrin ankamen brauchte ich eine längere Pause.
"Frank" machte Fotos vom Fluss der sich dort entlang schlängelte und ich grummelte weiter wegen des Kuchens den ich nicht hatte, aber quasi schmecken konnte.
Noch immer taten mir die Schultern weh und die Beine waren schwer und mir war nach aufgeben.
Das Wetter war irgendwie unwirklich und der starke Wind von allen seiten machte das Gehen nicht einfach für mich. Nach 2 Müsliriegeln und nem Stück Salami gings dann in den Endspurt.
"Frank" lief vor, ich schwankte hinterher. Er war genervt das ich immer stehen blieb ohne bescheid zu sagen, aber ich hatte auch keine Kraft gehabt gegen den Wind anzuschreien damit er mich hört.

Für mich zog sich die Straße wie Kaugummi und ich nahm die Landschaft schon gar nicht mehr wahr.
Irgendwann, gut 1km vor dem eigentlich Schlafplatz fanden wir ein Plätzchen, was ebenso schön war wie dies in Camas Lamac.
Dort waren Schafe und wie Schafe sind, ist es gut!
Man sah auch, dass wir nicht die ersten waren die dort Zelteten, da einige benutzte Lagerfeuer Stellen waren.
In der Nähe einer Eberesche und eines Baches schlugen wir das Zelt auf und ich fiel erstmal völlig erschöpft rein. Ich war dann auch nicht mehr grummelig weil ich keinen Kuchen bekam.
"Frank" füllte erstmal unsere Wasserreserven auf und machte ein paar Fotos.
Nachdem ich wieder rehabilitiert war, machte ich mich mit ihm auf die Gegend zu erkunden und war wieder fasziniert über diese Schönheit die Mutter Natur uns bot. Der Wind war auch nicht mehr so stark.
  

Wir waren beide ziemlich Platt und machten uns nur noch fix was zu essen und gingen dann schlafen.
Nächsten Tag sollte es nach Elgol und Glasnakille gehen. ca 10-12 Kilometer Luftline laut GPS.
Wir nahmen uns auch vor uns diesmal nicht zu verlaufen...

(...to be continued..)

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